Jedes Wörterbuch kennt ’Naturschutzgebiet’. Aber
’Kulturschutzgebiet’: Fehlanzeige. Zu verstehen wäre darunter eine Möglichkeit,
den außerordentlichen Wissensbestand und die Kulturgüter eingeborener
Völker für die Menschheit zu bewahren und weiter zu entwickeln. Dieser Beitrag
widmet sich den indigenen Völkern unserer Erde. Es geht um jene, die nach
unsäglichem Leid – einschließlich ihres Wissens – von dieser Erde verbannt
wurden.
Eine neue Idee:
Kulturschutzgebiete
In memoriam Heinrich Böll und Lew Kopolew
Dieter Ortlam* -- All rights preserved
--
Mit 2 Abb.
Wie eine Betrachtung der Evolution unserer Erde
zeigt, sind Flora und Fauna stets bestrebt, sich möglichst optimal den
ökologischen Bedingungen am jeweiligen geologischen Standort (Geotop, edaphisch
bedingter Standort) anzupassen. Es gab dabei zwar etliche Fehlentwicklungen,
zum Beispiel bei den Dinosauriern und den Ammoniten, die dann auf der Erde in
den jeweiligen Geotopen keinen Bestand mehr hatten und nach einigen Millionen
Jahren ausstarben. Diese Fehlentwicklungen beim Erreichen Kritischer Räume [22]
konnte sich die Natur/ Schöpfung aber durchaus leisten. Bei der Entstehung und
der Vergesellschaftung der Arten war trotzdem immer eine Evolution in
Virenzphasen zu verzeichnen, denn der durch die jeweiligen ökologischen
Bedingungen erfahrene Wissensbestand wurde zur weiteren Optimierung in der
Evolution durch genetische Prozesse bewahrt, entwickelt und weitergegeben. Eine
Devolution in der Entwicklung der Arten kann nicht festgestellt werden, sonst
wären Flora und Fauna zwischenzeitlich längst von dieser Erde verschwunden. In
der historischen Entwicklung der Menschheit lassen sich – bis auf die jüngere
Vergangenheit – ähnliche Tendenzen feststellen. Die frühen Menschen und Völker
konnten es sich einfach nicht leisten, das vorhandene Wissen und erarbeitete
Kulturgut in dem Umfang zu negieren und zu verwerfen, wie dies heute geschieht.
Beachteten Menschen und Völker weder Wissen, Kultur noch Tradition, so wurden
diese recht bald ins Abseits gedrängt oder gar durch andere vernichtet.
Beispiele dafür gibt es in der Geschichte der Menschheit leider zur Genüge
(Mesopotamien, Ägypten, Römisches Reich, spanische, portugiesische,
französische und britische Imperien, Sowjetunion). Sie stellen Vorgänge der Devolution
dar, da bei jedem Akt ein erheblicher Wissensbestand und wertvolle
Kulturgüter für die Menschheit verloren gingen. Ein Spezifikum der Menschheit
besteht aber leider darin, gegeneinander Kriege zu führen, um Raum, Nahrung,
Rohstoffe, Macht, Religion und/oder Ansehen zu gewinnen [1,2]. Oftmals war es
eine Frage der Bevölkerungsdichte (Besatzdichte in der Zoologie), wenn es zu
Völkerwanderungen kam, oder ein mächtigeres Volk ein schwächeres einfach
überrannte (zum Beispiel China in Tibet ”’, europäische Kolonien in Übersee,
ehemalige UdSSR). Die besetzenden Völker wenden dabei heute immer subtilere und
wirkungsvollere Methoden an, um das vorgefundene Kulturgut und den
Wissensbestand auszumerzen, da dies – zusammen mit Völkermord, mit frühzeitiger
Sterilisation von gebärfähigen Frauen und mit Zwangsabtreibungen – wohl das
schnellste Verfahren ist, sich das Gebiet eines anderen Volkes auf Dauer
anzueignen und das Nationalbewusstsein zu eliminieren [3,4]. Früher geschah
dies durch sehr lange Prozesse der Assimilation der Völker untereinander, wozu
aber heute keine Zeit mehr bleibt. Eine Rückwendung zu alten humanistischen
Werten und zu einer friedlichen Religiosität wäre daher erforderlich, um das
Freund- Feind-Schema nicht mehr zuzulassen [5,6]. Durch eine Zunahme der
Konfliktbereitschaft, der Aggressivität, der Kriminalität, des Drogenkonsums –
bedingt durch Fehlerziehung in Elternhaus, Schule und Gesellschaft sowie die
Probleme des Arbeitsmarktes und eine erhöhte Bevölkerungsdichte (besonders
Wohnsilos, Slums) – lässt sich in den vergangenen 50 Jahren eine Vervierfachung
der Weltkonflikte beobachten [1]. Da alle Menschen auch von den
Einwirkungen der ubiquitären Umweltgifte (zum Beispiel das Nervengift
Tetraethyl-Blei in Treibstoffen von Ottomotoren oder Platinmetall-Emissionen
der Autokatalysatoren neben anderen Luft- und Nahrungs-Schadstoffen)
schleichend
betroffen sind (etwa durch Ausbreitung von Allergien), sind
wir als Menschen heute wahrscheinlich gar nicht mehr in der Lage, diese
devolutionäre Entwicklung wahrzunehmen oder werden diese nur verzögert bemerken
(progressive Verdummung), weil objektive Standards als Vergleich kaum mehr
festzumachen sind. Die progressive Verdummung ist ein Teilvorgang der
Devolution. Die Menschheit unterliegt seit etwa 7000 Jahren, der Zeit des
letzten Klima-Optimums (= Vor-Ötzi-Zeit), in mehreren Phasen diesem
Verdummungsprozess des Gehirns, worauf schon der griechische Philosoph Platon
hinwies, weil „die Menschen ihre Merkfähigkeit und Speicherkraft infrage
stellen würden“. Ohne Handschrift, ohne Buchdruck mit starren und danach mit
beweglichen Lettern (7. Jahrhundert in China, aber keineswegs J.
Gutenberg im 15. Jahrhundert, der den Buchdruck im Westen lediglich durch die
Bleilettern zum Erfolg führte), ohne Schreibmaschine (1714, H. Mill), ohne
Computer (1938, K. Zuse) und ohne Internet (~1976 US-Militär) war das Gehirn in
früheren Zeiten viel mehr gefordert als heute und vollbrachte deutlich bessere
Leistungen, u. a. entfaltete es auch wichtige telepathische Fähigkeiten. Diese
Leistungen beschreiben McLane [20} bei den afrikanischen Massai und besonders
Morgan bei den australischen Aborigines folgendermaßen: »Die Aborigines weigern
sich, eine Schriftsprache zu benutzen, weil das ihrer Meinung nach dem
Gedächtnis seine Kraft nimmt. Nur durch ständige mentale Übungen sind beste
Gedächtnisleistungen und telepathische Fähigkeiten zu erzielen« [7]. Jede
der obengenannten (”bahnbrechenden”) Erfindungen der Menschheit (Handschrift,
Buchdruck mit unbeweglichen und beweglichen Lettern, Schreibmaschine, Computer,
Internet) entlastet das Gehirn in seiner Kapazität und Leistungsbereitschaft
und fördert somit die ubiquitäre Allgemein-Verdummung, ohne dass wir es
überhaupt noch gegenseitig wahrnehmen, weil keine objektiven Vergleiche mehr
vorhanden sind. Einige wenige ”Kassandren”, zum Beispiel der Club of Rome,
Global 2000, Greenpeace, Robin Wood, Bastian und Kelly [8], Carson [9], Gruhl
[10], Jungk [11], Vester [12] und andere sahen und sahen diese Entwicklung auf
die Menschheit zukommen und versuchten, den negativen Tendenzen
entgegenzusteuern. Um gewachsene Ökologiedomänen und Kulturgüter zumindest in
ein paar Bereichen der Erde zu bewahren, wurden bisher Naturschutzgebiete,
Naturparks, Wildreservate und Landschaftsschutzgebiete eingerichtet sowie
Kulturdenkmale als Erbe der Menschheit unter Schutz gestellt (UNESCO). Diese
Einrichtungen haben sich im allgemeinen bewährt, wenn auch in unterschiedlichem
Maße und keineswegs als Sicherheitsgarantie für die geschützten Bereiche
während kriegerischer Auseinandersetzungen. Die Beschießungen zum Beispiel von
Dubrovnik im auseinandergefallenen Jugoslawien und von Angkor Wat in Kambodscha
– nicht lange ist’s her – zeigen, dass Kriegsparteien diese unter Schutz
gestellten Kulturgüter der Menschheit nicht respektierten; warum denn sollten
Bauwerke geschont werden, wenn im Krieg unschuldige Menschen bedenkenlos
getötet werden? Außerdem sind diese Schutzeinrichtungen zu statisch, da sie
verordnet wurden und nicht im Bewusstsein der Bevölkerung lebendig sind.
Der Brand der Bibliothek von Alexandria (unter
anderem: 272 n.Chr.) hat einen sehr großen Wissensbestand der Menschheit
vernichtet, was bis zum heutigen Tag nicht ausgeglichen werden konnte und mit
dazu beiträgt, andere, nicht zur westlichen Kultur gehörende Völker als weniger
gebildet, als ”unzivilisiert” und als ”Primitiv-Völker” einzustufen und
abzuwerten (= eurozentrisches Denken). In den letzten Jahrhunderten sind aber
durch Zerstörung von Kulturgut bei der Besetzung und Vernichtung anderer Völker
zahlreiche ”Alexandrinische Bibliotheken” abgebrannt und der vorhandene
Wissensbestand mitsamt dazugehörigen Kulturgütern fast unbemerkt der
Vernichtung (= einem Völkermord) anheim gefallen [21].Historischen und rezente
Beispiele gibt es genügend: die Indianer Nord- und Süd-Amerikas, die Urstämme
Sibiriens, die Ainus in Nord-Japan, die Inuits in Kanada/Grönland, die
Aborigines Australiens, die Tibeter, die Penang auf Borneo, viele Volksstämme
Afrikas. Wie können wir diesem Dilemma nun entkommen? Da die Entwicklung von
Kultur automatisch gegen den Krieg gerichtet ist [13] und die anzustrebende
Friedensfähigkeit der Menschen fördert, sollten wir neue Ideen zur friedlichen
Kooperation und gegenseitigen Achtung von Menschen und Völkern entwickeln.
Dabei wäre dem Altruismus (Gegenteil von Egoismus) im menschlichen Miteinander
mehr Raum zu geben [14], wie dies noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei
vielen Gemeinschaften, zum Beispiel im Stamm, im Clan, in der Familie, in der
Nachbarschaft und im Dorf der Fall war. Die – inzwischen pervertierte –
Sozialgesetzgebung [15], die Entfremdung von Privat- und Arbeitsleben, die
Spaltung von Arbeit in unbezahlte Leistung für die Allgemeinheit und bezahlte
Erwerbsarbeit hat den Egoismen in der westlichen Gesellschaft kräftig Vorschub
geleistet. Dies drängt die Frauen in einem nicht zu übersehenden Umfang dazu,
der in der Gesellschaft zur Zeit sehr hoch bewerteten Erwerbsarbeit
nachzugehen, um selbst angesehen zu sein. Statt unbezahlte und heute
missachtete, aber für die Gesellschaft unentbehrliche Familienarbeit zu
leisten, werden dadurch zukünftige Aushöhlungen bei der Erziehung des so
wichtigen Nachwuchses gefördert und später teuer bezahlt. Solche sozialen
Auflösungserscheinungen sind bereits deutlich spürbar. Um den devolutionären
Tendenzen der Menschheit Einhalt zu gebieten, wäre es daher konsequent und ein
Akt des Weitblicks, die angestammten Lebensbereiche eingeborener Völker unter
menschenrechtlichen, ethnologischen, kulturellen, geistigreligiösen und auch
ökologischen Aspekten als Kulturschutzgebiete [19, hiermit}
auszuweisen. In solchen Kulturschutzgebieten wären Autarkie und
Selbstbestimmung wesentliche Grundvoraussetzungen, dass ein Volk als
ethnisch-religiöse und kulturelle Einheit sich dynamisch nach eigenen
Bedingungen erhalten und entwickeln kann. Dabei käme es darauf an, dass eine
entsprechende ethnische Einheit sich mit der Idee eines Kulturschutzgebietes
selbst identifiziert und die übrige Völkergemeinschaft dies mit Liberalität,
Toleranz, gegenseitiger Achtung und Verständnis zulässt. Daraus könnte eine
Symbiose der naturnahen Entwicklung eines indigenen Volkes mit der übrigen Welt
entstehen, die sich positiv auf den Weltfrieden auswirken wird. Die Aufgabe
eines Welt-Aufsichtsrates (zum Beispiel veränderter UNO und UNESCO oder
ähnlichem, eines Welt-Gerichtshofes und eines Welt-Parlamentes) bestünde darin,
die endemischen und edaphischen Gesetze, Richtlinien, Regeln und
Verhaltensweisen der jeweiligen indigenen Völker zu unterstützen und Eingriffe
von außen zu verhindern. Die Menschheit kann es sich nämlich auf Dauer nicht
mehr leisten, den in den diversen Kulturkreisen der Erde über Jahrtausende
erarbeiteten Wissens-, Geistes- und Kulturbestand zu negieren, zu verwerfen und
weiterhin bedenkenlos zu vernichten. Diese in langen Zeitabschnitten erworbenen
geistig-religiösen und kulturellen Ressourcen der eingeborenen Völker gilt es
in Zukunft durch angemessene Kulturschutzgebiete zu bewahren,
damit diese für den Fortbestand der menschlichen Gesellschaft evolutiv
wirksam sein können. Die Tradition der religiös bedingten Achtung im Umgang mit
Mutter Erde kann Anstoß zum Umdenken werden. Eine neue Bescheidenheit sollte
für die Menschen in der Zukunft eine Selbstverständlichkeit sein [16], zumal im
Tierreich die Beschränkung auf das Notwendige zur Überlebensstrategie gehört
[17]. Alle sind dazu aufgerufen, daran mitzuwirken, dass die Weisheit anderer
Kulturen wahrgenommen und berücksichtigt wird. Vor allem die sogenannten
Entscheidungsträger sollten sich immerfort dieser Verantwortung bewusst sein
und danach handeln. Denn auch hier gilt der Spruch von Gorbatschow: »Wer zu
spät kommt, den bestraft das Leben«**. Mutter Erde hat ein scharfes Gedächtnis
und kann nur in begrenztem Umfang über menschliche Fehlentscheidungen gesundes
Leben gedeihen lassen. »Der Mensch sollte sich seiner Liebe zu Gott und der
Liebe Gottes zu ihm selbst erfreuen.« [18]
** = 1Gor
(zu Ehren eines weitblickenden Staatsmannes)
Literaturverzeichnis
[1] F.R. Pfetsch: "Die
Bewältigung nationaler und internationaler Konflikte", Spektrum der
Wissenschaft Nr. 6 (1993) 103–106.
[2] U. Rauchfleisch: "Warum
braucht der Mensch Feinde?", Spektrum der Wissenschaft Nr. 6 (1993)
92–95.
[3] M. Craig: Tränen über Tibet,
Scherz, München (1993).
[4] D. Senghaas: "Ethnische
Konflikte – Ursachen und Lösungswege", Spektrum der Wissenschaft Nr.
6 (1993) 95–103.
[5] S. Freud: Massenpsychologie und
Ich-Analyse, S. Fischer, Frankfurt am Main (1967).
[6] O. Kernberg:
"Massenpsychologie in neuer psychoanalytischer Sicht", Tagung der
Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung, Bremen (20. Mai 1993).
[7] M. Morgan: Traumfänger, Goldmann,
München (1998), p. 86.
[8] P. Kelly: Mit dem Herzen denken,
C.H. Beck, München (1990).
[9] R. Carson: Der stumme Frühling
(The silent spring), C.H. Beck, München (1990).
[10] H. Gruhl: Ein Planet wird
geplündert, 16. Auflage, S. Fischer, Frankfurt am Main (1992).
[11] R. Jungk: Trotzdem – Mein Leben
für die Zukunft, Hanser, München (1993).
[12] F. Vester: Unsere Welt – ein
vernetztes System, dtv, München (1983).
[13] H. Nicklas: "Erziehung zur
Friedensfähigkeit", Spektrum der Wissenschaft Nr. 6 (1993) 106–109.
[14] Tenzin Gyatso, H.H. XIVth Dalai
Lama: The Global Community and the Need for Universal Responsibility, Wisdom
Publications, Boston (1992).
[15] J. Borchert: Renten vor dem
Absturz – Ist der Sozialstaat am Ende?, S. Fischer,Frankfurt am Main (1993).
[16] E.F. Schuhmacher: Die Rückkehr
zum menschlichen Maß, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg (1980).
[17] J. Goodall: Roots and Shoots,
Vortrag am Wissenschaftlichen Institut für Schulpraxis, Bremen (15. Juni 1993).
[18] M. Gorbatschow: Wie es war – Die
deutsche Wiedervereinigung, Ullstein, Berlin (1999).
[19] D. Ortlam: Menschenrechte –
Kulturschutzgebiete. – MAI-Rundbrief (ai), 2:16-18, Hamburg (1994),.
[20} S. McLane: Zwischenleben. – 381
S., (Goldmann) München (1989).
[21] M. Klum: Der Untergang der
Penang auf Borneo durch die Zerstörung des Regenwaldes. – TV-Film ARTE/ZDF
2010.
[22] W. Schäfer: Der Kritische Raum –
Über den Bevölkerungsdruck bei Tier und Mensch. – Kl. Senckenberg Reihe, 4, 136
S.,(W. Kramer) Frankfurt/M 1971.
(Eingegangen am 1. März 2000; MOS)´
Neufassung: 06/2011

Dieter Ortlam: Geboren 1939 in
Achern, Baden. Studium der Geowissenschaften (Geologie, Paläontologie, Geobotanik,
Hydrogeologie, Ingenieurgeologie, Bodenkunde, Geokryologie, Glaziologie,
Geophysik, Mineralogie, Petrologie, Geochemie, Lagerstättenkunde,
Geomorphologie) an der J.W. Goethe-Universität in Frankfurt am Main; 1964
Dipl.-Geologe; 1966 Promotion zum Dr. phil. nat.; 1966–1974 Wissenschaftlicher
Angestellter und Referatsleiter am Niedersächsischen Landesamt für
Bodenforschung in Hannover; Erkundung und Entdeckung der größten
(jungfräulichen) Grundwasserspeicherstätte Europas (120 Mrd. m³) in Nord-Niedersachsen
in pleistozänen Rinnen und der jungtertiären Platte zur Wasserversorgung
Hamburgs, Bremens und Bremerhavens; 1971 Geologierat. 1974–1996 Leiter des
Amtes für Bodenforschung Bremen (N.L.f.B., Außenstelle Bremen); 1980/1981
Baugrundkarte Bremen; 1993/1999 Geochemische Grundwasser-Kartierung Bremen,
Entdeckung großer Grundwasservorräte durch großräumige hydrologische
Erkundungen, Forschungen zur Schichtenfolge des Quartärs und des Tertiärs sowie
des DGH-Effektes (Tauchgleichgewicht Süß-/Salzwasser) in Norddeutschland.
Entdeckung von großen Erdfall-Calderas mit den größten Torfmächtigkeiten
Europas (>33 m) über dem Salinar "Lesum"; 1975 Geologieoberrat;
1992 Direktor und Professor. Mehr als 130 Fachpublikationen. Glaziologische
Expeditionen nach Tibet (1989/1991), in den Himalaya (1990) und den Karakorum
(1993/1996). 1995–1999 gewähltes Mitglied der Deputation "Umwelt und
Gesundheit" der Bremischen Bürgerschaft für die AFB-Fraktion,
umweltpolitischer Sprecher des AFB-Stadt-/Landesverbandes in der Freien Hansestadt
Bremen; 1979 Gründungsmitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC)
und 1989 der Tibetinitiative Bremen.
*Postadresse und Copyright: Dir. und Prof. Dr.
D. Ortlam Postfach 102701 D-28201
Bremen (Deutschland)